
Physiotherapie Ausbildung
Schulen und Hochschulen für Ausbildung und Studium in Deutschland nach Bundesland und Stadt, dazu Ratgeber zu Voraussetzungen, Inhalten und Beruf.
Schulen und Hochschulen nach Bundesland
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Die Physiotherapie-Ausbildung im Überblick
Die Ausbildung zum Physiotherapeuten oder zur Physiotherapeutin ist in Deutschland eine staatlich geregelte Ausbildung mit einer Regeldauer von drei Jahren. Derzeit gliedert sie sich in 1600 Stunden praktische und 2900 Stunden theoretische Ausbildung. Weitere Ausbildungsmöglichkeiten bestehen im Rahmen eines Studiums. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes.
Der praktische Teil findet zum Teil in der Schule und zum Teil in zugelassenen Praktikumseinrichtungen statt, der theoretische Unterricht dagegen vollständig in einer staatlich zugelassenen Schule. Der Abschluss kann nur erworben werden, wenn am Ende der Ausbildungszeit der mündliche, schriftliche und praktische Teil der Prüfung bestanden wird.
Gefragt ist im Beruf vor allem Teamarbeit innerhalb der Physiotherapie. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, ohne die sich der Beruf kaum einwandfrei ausüben lässt. Wer sich für diesen Weg interessiert, sollte beides von Beginn an als festen Bestandteil des Arbeitsalltags einplanen.
Ausbildungsdauer und Abschlüsse
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Gelernt wird in dieser Zeit an privaten oder staatlichen Schulen. Zum Abschluss steht eine staatlich anerkannte Prüfung an. Wer sie besteht, darf die Bezeichnung staatlich anerkannter Physiotherapeut beziehungsweise staatlich anerkannte Physiotherapeutin führen.
Für den Abschluss als Diplom-Physiotherapeut ist ein weiteres Ausbildungsjahr nötig. In den meisten Fällen wird dieses über ein Fernstudium absolviert, wofür die Fachhochschulreife Voraussetzung ist. Physiotherapie lässt sich außerdem direkt an einer Fachhochschule studieren; die Regelstudienzeit liegt dort bei sechs bis acht Semestern. Maßgeblich bleibt auch hier die jeweils geltende Fassung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Als Zugangsvoraussetzung ist mindestens die mittlere Reife nötig. Früher war zusätzlich das vollendete 17. Lebensjahr verlangt, diese gesetzliche Regelung wurde jedoch abgeschafft. Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Ausbildung werden nur für ein duales Physiotherapiestudium zum Bachelor of Science verlangt. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes.
Gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern und im Fach Deutsch verbessern die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. In anderen Ländern gelten abweichende Regeln: In Österreich, Schweden oder den USA ist für eine Physiotherapie-Ausbildung eine allgemeine Hochschulreife notwendig. Ein Blick auf die Anforderungen des jeweiligen Landes lohnt sich deshalb vor der Bewerbung.
Da der Beruf den ständigen Kontakt mit Menschen einschließt, lohnt sich vorab eine ehrliche Selbsteinschätzung. Auf jeder Fachkraft liegt eine große Verantwortung. Nötig sind Einfühlungsvermögen, ein freundlicher Umgang unabhängig von den eigenen privaten Sorgen und die Fähigkeit, Patientinnen und Patienten auch sprachlich zu begleiten. Wer unsicher ist, kann zunächst ein Praktikum absolvieren und den Arbeitsalltag kennenlernen.
Ausbildungsfächer und Tätigkeiten
Wer das Handwerk der Physiotherapie erlernen möchte, muss im praktischen wie im theoretischen Teil aufmerksam mitarbeiten. Der praktische Teil findet vor allem in Rehabilitationseinrichtungen und speziellen Fachkliniken statt. Weil laufend neues Wissen und neue Behandlungsalternativen hinzukommen, ist das Lernpensum hoch und vielfältig. So steht Patientinnen und Patienten später eine große Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Inhalte des praktischen Unterrichts
Im praktischen Unterricht stehen vor allem folgende Bereiche auf dem Lehrplan, die zugleich auf die Arbeit in Rehabilitationseinrichtungen und Fachkliniken vorbereiten:
- Untersuchungstechniken
- Massagetherapien
- Strahlentherapieformen
- Befundtechniken
- Thermotherapien
- weitere Basistechniken
Theoretische Grundlagen
Grundlage der gesamten Physiotherapie ist die Anatomie. Ein umfassendes Wissen in diesem Bereich gehört deshalb zur beruflichen Basis. Vermittelt wird zunächst, wie der Bewegungsapparat des Menschen aufgebaut ist und funktioniert. Darauf aufbauend geht es darum, Menschen mit Schmerzen mit krankengymnastischen Techniken zu begleiten und die Physiotherapie in den einzelnen medizinischen Fachgebieten methodisch korrekt anzuwenden.
Nach der Erhebung von Befunden werden Therapiepläne erstellt und darauf aufbauend geeignete Behandlungen durchgeführt. Hinzu kommt Wissen über Massagetherapien, ihre Wirkweise und ihre Anwendung, über Blutkreislauf, Nerven- und Lymphsystem sowie die Kreislauforgane. Auch der Verlauf von Krankheiten und ihre Feststellung gehören dazu; ausgelöst werden können sie unter anderem durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten.
Wirbelsäulenerkrankungen müssen genau analysiert werden können. Ebenso gehören Fußfehlstellungen zu den Krankheitsbildern, die in der Physiotherapie untersucht und behandelt werden. Hinzu kommen die pädagogischen, psychischen und soziologischen Aspekte, die im Umgang mit Patientinnen und Patienten zu beachten sind.
Zum Ausbildungsprogramm zählen außerdem das Durchführen und Anleiten von Entspannungs-, Mobilitäts- und Entlastungsübungen, das Entwerfen von Selbstübungsprogrammen, Übungen zur Ersten Hilfe, die Grundlagen von Prävention und Rehabilitation sowie hygienische Maßnahmen in der Physiotherapie. Ein erklärtes Ziel der Arbeit ist es, ein ökonomisches Bewegungsverhalten im Alltag zu unterstützen und die Eigenständigkeit der Behandelten zu fördern.
Finanzielle Aspekte einer Physiotherapie-Ausbildung
Die Ausbildung wird nicht vergütet, es bestehen jedoch verschiedene Fördermaßnahmen. So lässt sich beispielsweise BAföG beantragen. Ob es tatsächlich ausgezahlt wird, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes sowie der einschlägigen Förderregelungen.
Für die Ausbildung an öffentlichen Schulen fallen keine Ausgaben an. Anmelde- und Prüfgebühren sowie Kosten für die Eignungsprüfung können dennoch anfallen. Hinzu kommen Lernmittel, da viel Fachliteratur benötigt wird, und Berufskleidung für den praktischen Teil. Staatlich anerkannte Privatschulen erheben Gebühren und Lehrgangsgebühren, die stark voneinander abweichen können. Eine Nachfrage direkt bei der Schule schafft hier Klarheit.
Weiterbildung nach der Ausbildung
Die Medizin entwickelt sich laufend weiter, und mit ihr verändern sich die Anforderungen in Ausbildung und Beruf. Regelmäßige Fortbildungen gehören deshalb dazu. Sie enden meist nicht mit einer Prüfung, stärken aber das Vertrauen von Patientinnen, Patienten und Ärzteschaft. Darüber hinaus werden bestimmte Fortbildungen mit Prüfung von der Krankenkasse angeboten.
Wird eine solche Prüfung bestanden, berechtigt das zur Ausführung des erlernten Heilmittels. Fortbildungsmaßnahmen werden in fast jeder Stadt angeboten, die Gelegenheit dazu besteht also nahezu überall. Weiterbildungsmaßnahmen schließen dagegen fast immer mit einer Prüfung ab und dienen häufig einer höheren Qualifizierung. Ausbildungen mit zusätzlichen Abschlüssen dauern in der Regel zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren.